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Samy86

Samys Lesestübchen

Querbeetleserin und leidenschaftliche Fantasyratte!

Sintflut der Gefühle

Ein bisschen wie Unendlichkeit - Harriet Reuter Hapgood, Susanne Hornfeck

Inhalt:

 

»So ist es, wenn man jemanden liebt. So ist es, wenn man um jemanden trauert. Ein bisschen wie Unendlichkeit.« Klapptextschnippzel @Fischer KJB

 

Gottie lebt so in ihrer ganz eigenen Welt. Während alle um sie herum in den Ferien von einer Party in die Nächste hechten, den Tag am Strand verbringen oder andere Dinge erleben, hegt sie nur den Wunsch unter dem Apfelbaum zu liegen, in die Sterne zu schauen und über das Universum zu philosophieren. Sie kennt jede Gleichung & jede Theorie zu Raum und Zeit und kann dies super auf dem Gedächtnis heraus mit einer Formel erklären. Doch das Genie sein hat einen Haken. Denn wenn sich in der Physik alles per Formel erklären lässt, so lässt sich dies nicht auf den Alltag anwenden.

 

So versteht sie nicht, wieso ihr Sandkastenfreund Thomas so plötzlich verschwand und nun wieder an ihre Türe klopft. Warum niemand sieht wie sehr sie mit dem Verlust ihres Großvaters zu kämpfen hat. Und vor allem nicht, warum sich ihre Leben urplötzlich in Flashbacks abspielt und sie bisher erlebte Szenen wieder durchlebt!

 

Jess ist hin und her gerissen, denn wenn sie nicht gerade dabei ist den Verstand zu verlieren, so reist sie tatsächlich in die Zukunft zurück! Doch warum und wie kann sie diesen Geschehnissen entkommen?

 

Meinung

 

Ich habe mich unheimlich auf dieses herzzerreißende Debüt von Harriet Reuter Hapgood gefreut, die mich schon allein mit ihrem unglaublich faszinierenden Klapptext, aber auch mit der Covergestaltung zu ihrem Werk, vollkommen umgehauen hat.  -Nun ja, aber manchmal reicht dies nicht aus!

 

Ich habe unglaublich lange gebraucht, bis ich endlich halbwegs in der Handlung angekommen war. Zu verwirrend schienen mir die Zeitachsen ineinander überzulaufen und es war für mich nicht wirklich ersichtlich oder auch spürbar, warum was weshalb ausgerechnet jetzt geschieht. Leider ließ mich dieses verwirrende Gefühl nicht los und klärte sich mit den letzten 3-4 Kapitel allmählich auf. Für meine Verhältnisse leider etwas zu spät, denn die Momente in denen ich verzweifelt nach Erklärung lechzte und auf den erlösenden AHA-Effekt lauerte, blieben während dessen vollkommen aus.

 

Vielleicht stand ich einfach auf dem Schlauch und dadurch wollte die Harmonie, die bewegenden Gefühle, die ergreifenden Momente oder gar die Erklärungsversuche einfach nicht auf mich überschwappen, so dass ich einfach nur schier blind durch die Handlung stolperte. So kommt es, dass mich der Inhalt zwar unterhalten hat, aber ich wie ein verirrtes Etwas durch die Seiten huschte.

 

Die „Liebesgeschichte“ dahinter hat mich sehr gerührt, auch der Kampf aus der lähmenden Trauer zu entfliehen und nochmals zu sich selbst zurück zu finden, fand ich spannend und hat mich sehr berührt.

 

Gottie ist eine unheimlich sympathische und auch charakterstarke Hauptprotagonistin, der ich gerne gelauscht habe und auch gemeinsam mit ihr zurück ins Leben gekämpft habe. Ich konnte mich total auf sie einlassen, mit ihr fühlen, verzweifeln und vieles mehr. Es war echt toll an ihrer Seite, wenn da nicht die Flashbacks gewesen wären, die mich verzweifeln liesen.

 

Der Schreibstil ist toll. Locker, sehr angenehm, ruhig und bewegend geleitet er den Leser durch die Seiten und hat zu dem eine tolle bildliche Komponente, die dem Leser ermöglicht in die Welt von Gottie einzudringen. Doch leider reichte dies nicht aus um mir die Handlung selbst näher zu bringen und mir dabei half, hinter die Kulissen zu blicken.

 

 

Fazit:

 

Unterhaltung ist bei dem Debüt von Harriet Reuter Hapgood in vielerlei Hinsicht geboten und die Charaktere greifbar bzw. authentisch geschildert. Leider lenkte es nicht von den Ungereimtheiten ab, die die Flashbacks nicht nur bei Gottie, sondern auch bei mir auslösten, so dass ich nicht wirklich hinter die Botschaft der Handlung vordringen konnte. Schade, denn dieses Buch hat auf jeden Fall potential um den Leser mit viel Gefühl umzuhauen, nur bei mir hat es nicht 100% geklappt.

Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/ein_bisschen_wie_unendlichkeit/9783737340335